Sting: Die Songs


Aus dem Englischen von Manfred Alliè. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009, 479 Seiten, 22,95 EUR

Sting schreibt im Vorwort: "Bisher habe ich es mit Absicht vermieden, meine Songtexte ohne ihre musikalische Begleitung zu veröffentlichen. (...) Aber es war eine interessante Erfahrung, denn vielleicht zum ersten Mal habe ich gesehen, wie gut die Texte auch für sich stehen können, und man kann sich nun seine Gedanken machen, ob Songtexte Gedichte sind oder doch etwas ganz anderes. Ich habe mich nie im Ernst als Dichter verstanden, aber ich muss sagen, dass das Buch, wie es jetzt ist, ganz ohne Noten, doch sehr wie ein Gedichtband aussieht." Und dann breitet er, sacht kommentiert, seine Schätze aus, vom 1978 veröffentlichten Debüt "Outlandos D´Amour" mit Police bis hin zum Soloalbum "Sacred Love" (2003).

Was treibt einen literarischen Verlag wie S. Fischer an, die in Songbooks und im Netz bereits zugänglichen Lieder eines Musikers auf knapp 500 Seiten im teuren Hardcover auf den Markt zu werfen? Da kaum anzunehmen ist, dass hier ein Sting-Fan in der Verlagsleitung oder ein Rockafficionado im Lektorat die in der Regel kühl und sachlich kalkulierten Entscheidungen der Vertriebsleitung beiseite geschoben hat, bedeutet das, dass man zum einen eine gewisse Wertschätzung gegenüber diesem Autor pflegt und zum anderen für seine Publikation auch einen Markt sieht.

Sting erzählt charmant über die Entstehungssituationen einzelner Platten und Songs, seine Lektüren (T. S. Eliot, Nabokov, Koestler, Gurdjieff, C. G. Jung, Bowles, Annie Rice, Shakespeare) und breit gefächerten musikalischen Einflüsse (John Coltrane, James Brown, Otis Redding, Sex Pistols, Eisler), seine zunehmende Politisierung und seine persönlichen Erfahrungen. Man sollte das Buch wie ein Tagebuch lesen, es funktioniert tatsächlich auch ohne Musik. Ob Sting ein großer Dichter ist, ist eine zweitrangige Frage. Solange er Verse wie die folgenden in "Lullaby to an Anxious Child" schreibt, wird man ihm gerne zu hören:

Hush, child
Let your mommy sleep into the night until we rise
Hush, child
Let me soothe the shining tears that gather in your eyes
Hush, child
I won´t leave, I´ll stay with you to cross this Bridge of Sighs
Hush, child
I can help the look of accusation in your eyes
In your eyes

The world is broken and now
All in sorrow
Wise men hang their heads

Hush, child
Let your mommy sleep into the night until we rise
Hush, child
All the strength I´ll need to find, I´ll find inside your eyes
In your eyes

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Als sie noch live auftraten, wurden sie von ihren Fans in einem Maße verehrt, wie es keiner anderen Popgruppe je zuteil wurde. Der Kult um die vier Jungs aus Liverpool hält bis heute ununterbrochen an. Die Beatles haben die Musik revolutioniert und die Menschen begeistert. Die Beatles und ihre Fans – das ist ein seit damals andauerndes Liebesverhältnis, fast schon eine Weltanschauung. In diesem aufwändig und liebevoll gestalteten Album wird diese besondere Beziehung dokumentiert – mit vielen raren, zum Teil unveröffentlichten Fotos und Texten. Ein Buch von Fans für Fans.

Mit Texten von Horst Fascher, Lisa Fitz, Chuck Hermann, Jürgen Herrmann, Chris Howland, Klaus Kreuzeder, Gabriele Krone-Schmalz, Uschi Nerke, Abi Ofarim, Brian Parrish, Helmut Schmidt, Manfred Sexauer, Tony Sheridan, Pete York uvm.
Fotos von Bubi Heilemann, Werner Kohn, Ulrich Handl, Rainer Schwanke, Frank Seltier, Günter Zint u.a.