Helmut Haberkamm: Der Landhans und die Karpfen
Neulich saßen wieder ein paar so strähnige, mähnige Musik-Haudegen beim Spacko in der Kneipe am Mucke-Fucker-Stammtisch und sinnierten über verflossene Zeiten, also über Verflossene und die alten, hinweggerollten Zeiten. Irgendeiner war auf die komischen Namen der Bands gekommen, denen man seine halbe Jugend schenkte, oder opferte, oder verdankte, je nachdem.
„Rosenstolz, Silbermond, Juli, was sind denn das für Namen? Gefühliges Kompromisslertum! Mainstreamsoße, weiter nix!“
„Meinst wohl, Tangerine Dream war besser oder was? Aprikosentraum. Das klingt doch voll nach Badeöl oder Müsli-Riegel mit Trockenobst.“
„Das war doch eine mega-erotische Metapher, Mann!“
„So ein Schmarrn, das wüsst’ ich!“
"Aber denk doch mal an so Wahnsinnsnamen wie Uriah Heep!“
„Jethro Tull!“
„Hör mal, möchtest du Juraiha oder Dschessro heißen? Mit Vornamen?“
„Oder Mott the Hoople?“
„Du Dödel, bei uns heißt doch auch keiner Fleetwood Mac oder Moby Grape, oder?“
„Genau. Eine Band wie Chicken Shack, wenn die sich ‚Hühnerstall’ genannt hätten, die hätten es doch voll verschissen gehabt!“
„Oder Canned Heat! ‘Hitze in Dosen’!”
„Das heißt doch soviel wie ‚Eingeweckte Polizisten’, du Hohlkopf, also praktisch ‚Bullen in Blechkarossen’.“
„Stell dir mal vor, die CCR, also die Creedence Clearwater Revival, die hätten ‚Frömmigkeit Reinwasser Belebung’ geheißen...“
„Blue Öyster Cult! ‘Blauer Austernkult’!”
“Oder Buffalo Springfield! ‚Büffel Springinsfeld’!“
„Ochsenschwanz – das wär doch ein super Name für eine Band.“
„Captain Beefheart. Nenn du dich heut mal ‚Kapitän Rinderherz’! Keine Sau nimmt dich doch dann mehr ernst!“
„’Kommando Ochsenkopf’ – das wär doch ein flutschiger Name für eine Band, oder nicht?“
„In Oberfranken vielleicht. In Restdeutschland gehörst du damit der Katz.“
„Kennt einer von euch noch die Vanilla Fudge?“
„Ja, natürlich! Fudge ist doch das klebrige, pappsüße braune Naschzeug, oder?“
„Na genau. Süße, zugkräftige Plombenzieher, die vollen Inlaykiller!“
„Das wär auch ein geiler Bandname: ‚Pappsüße Plombenkiller’.“
„Ach Quatsch, Vanilla Fudge, das ist so, wie wenn bei uns eine Gruppe ‚Vanillehörnchen’ heißen würde, oder ‚Marzipantörtchen’ oder so.“
„Dann müssten die Flying Burrito Brothers bei uns als ’Fliegende Fleischklopse’ auftreten.“
„Oder als ‚Krawallische Krautwickerle’!“
„Und der Country Joe and the Fish, der wär dann der ‚Landhans und die Karpfen’!“
Gelächter dröhnte durch die Wirtschaft, dass die Gläser schepperten vor lauter guten Vibrationen.
„Ja, und die Electric Rooster, die wärn dann der ‚Elektrische Gockel’!“
„Atomic Rooster haben die geheißen, wenn dich einer fragt, du Pflaume!“
„Aber die Electric Prunes, das waren die ‚Elektrischen Pflaumen’!“
„Stimmt.“
„Des klingt wie ‚Elektrischer Pressack’!“
Wieder stieg ein Schwall dunstigen Gelächters zur Decke empor und legte sich als Feuchtfilm auf die tagmüden Augen.
„Also wisst ihr was? Ich geh jetzt in die samtpelzige U-Bahn.“
„Was is?“
„Naja, ich geh jetzt zur Velvet Underground. Ich werf jetzt keine Pearls Before Swine mehr.“
„Na dann geh doch heim, du blauer Zipfel! Du bist eh schon ganz Deep Purple im Gesicht. Morgen früh siehst wieder aus wie ein Spooky Tooth!“
„Also servus miteinander, ihr Greatful Dead, ihr stinkigen! Morgen früh schaut ihr auch A Whiter Shade of Pale aus, bloß dass ihr’s wisst!“
„Gut Nacht, schleich dich um die Amen Corner nach Procol Harum, du alter Tyrannosaurus Rex!“
„Ach, das waren halt noch Namen!“
„Ja, Steppenwolf und Sanfte Riesen...“
„Was?“
„Na, Gentle Giant.”
„Ach so, alles Humble Pie.“
„Genau, Hambelbrei, sag ich doch, Pampelplätzchen, Krampelkätzchen, Schlampelschätzchen...“
BEATLES IN TAHITI

4.8.2010
Liebe Freunde,
passend zur Urlaubszeit hat Dominik Schott ein kleines Beatles-Ferien-Special geschrieben. Und ich habe im Netz zwei seltene Fotos dazu gefunden.
Viel Vergnügen und Good Day Sunshine,
Thomas Kraft
FOREIGNER: JUKE BOX HERO
Beatlemania!

1. Auflage 2010, ca. 140 Seiten, mit über 100 Fotos, Dokumenten u. Faksimiles
ISBN: 978-3-7844-3221-2
19,95 EUR D / 20,60 EUR A / 34,50 CHF (UVP)
LangenMüller
Als sie noch live auftraten, wurden sie von ihren Fans in einem Maße verehrt, wie es keiner anderen Popgruppe je zuteil wurde. Der Kult um die vier Jungs aus Liverpool hält bis heute ununterbrochen an. Die Beatles haben die Musik revolutioniert und die Menschen begeistert. Die Beatles und ihre Fans – das ist ein seit damals andauerndes Liebesverhältnis, fast schon eine Weltanschauung. In diesem aufwändig und liebevoll gestalteten Album wird diese besondere Beziehung dokumentiert – mit vielen raren, zum Teil unveröffentlichten Fotos und Texten. Ein Buch von Fans für Fans.
Mit Texten von Horst Fascher, Lisa Fitz, Chuck Hermann, Jürgen Herrmann, Chris Howland, Klaus Kreuzeder, Gabriele Krone-Schmalz, Uschi Nerke, Abi Ofarim, Brian Parrish, Helmut Schmidt, Manfred Sexauer, Tony Sheridan, Pete York uvm.
Fotos von Bubi Heilemann, Werner Kohn, Ulrich Handl, Rainer Schwanke, Frank Seltier, Günter Zint u.a.


