Was ist eigentlich
Folk oder hier Folkmusic? Dies vorab: Diese Frage kann ich nicht beantworten. Louis Armstrong hat einmal gesagt: „all music is folk music“. Na also, dann käme ich auf jeden Fall damit durch, was sich bei mir so um diesen Begriff herum dreht.
Unter dem verwandten Begriff „Folklore“ verstehe ich die Überlieferung von Informationen wie Geschichten, Märchen und Musik von Mund (oder Instrument) zum Ohr, aber auch deren schriftliche Weitergabe. Wenn wir uns nur mit der Musik beschäftigen, kommen nun die Ton- und dann auch noch die Bildaufzeichnung hinzu. Dies wiederum führte und führt zur „Unterwanderung“ des puristischen oder romantischen Verständnisses von Folkmusic. Einigen wir uns darauf, dass Folkmusik aus dem Volk für das Volk ist. So erspare ich euch und mir alle Varianten aufzählen zu müssen, die zumindest mir in den Sinn kommen.
Wenn ich die britische und irische Folkmusic herausgreife – wie bin ich überhaupt auf diesen Trip gekommen und was macht mich bei dieser Art von Musik an? Auf einer Fete bei Freunden Ende der Siebziger spielte der Gastgeber den ganzen Abend das, was man damals so hörte: Rock, harter Rock, noch härterer Rock und zwischendurch mal was Langsames zum Klammern. Doch irgendwann kam er auf die Idee uns einen folkloristischen Tanz beizubringen, und zwar nach Steeleye Span’s „Jigs and Reels“ von ihrem Album „Below The Salt“. Das machte Spaß, die Musik war richtig geil.
Unter diesem Eindruck wetzte ich am nächsten Werktag in den ortsansässigen Plattenladen und kaufte mir das einzig verfügbare (Doppel-)Album von Steeleye Span „Original Masters“. Zu meiner Enttäuschung waren die auf der Fete getanzten Jigs and Reels nicht drauf. Dafür stellte ich aber fasziniert fest, dass diese Band richtig gut singen konnte. Und sie hatten Geschichten zu erzählen von Hexen, die kleine Jungs in Stücke schneiden, von Liebespaaren, die sich nach sieben Jahren des Bräutigams auf See nur noch durch den vorher entzwei gebrochenen Ring wieder erkannten. Andere Geschichten handeln von Königen, die meistens mehrere Töchter hatten, von denen die Brünette die Böse und die Blonde die Liebe war. Dann gab es noch „anti-recruiting songs“, also solche die davor warnen, dass das Soldatenleben erstrebenswert sei. Und immer wieder Lieder über junge Mädchen, die ja eigentlich keusch sollten wollten (und auch sollten), denen aber immer ein junger Mann begegnete, der sie vom Gegenteil überzeugte. Mal heirateten die Beiden noch nachträglich, meist auf Beschluss des Königs, mal endete diese Affäre aber auch tragisch.
Um euch den Einstieg in meine Welt der Folkmusic zu erleichtern, lese ich einfach mal von einer meiner vielen selbst gebastelten Compilations ab. Ich habe die Tracks von meinen LPs und CDs zusammengestellt; wer mag, kann einige der Stücke über Download Services ergattern oder natürlich die dazu passenden CDs oder LPs kaufen. Verdient hätten es die Künstler. Versuchen wir es einfach mal:
1. Steeleye Span – A Calling-On Song (der muss einfach am Anfang stehen, quasi programmatisch. Stammt vom ersten Album „Hark! The Village Wait“)
2. Steeley Span – The Blacksmith (vom selben Album; sollte auch direkt danach kommen. Hier haben wir schon den ersten oben geschilderten Fall, dass die junge Dame sich vom starken Sexprotz, dem Schmied, verführen lässt, der wiederum hinterher nichts mehr von ihr wissen will)
3. Fairport Convention – A Sailor’s Life (von ”Unhalfbricking”. Ein wunderbares und dramatisches Stück, das von der Suche der Maid nach ihrem Liebsten handelt, der auf See verschollen ist. Musikalisch spiegelt dieses Stück den Übergang unschuldiger Folkweisen zu elektrisch verstärkten Instrumenten, also zum Folkrock, wider. Man höre (und staune über) Richard Thompson an der Gitarre)
4. Andy Irvine & Paul Brady – Arthur McBride (ich mach’s jetzt kürzer: anti-recruiting song)
5. Clannad – Bacach Shile Andai (etwas bekanntere irische Band mit einem früheren Werk von “Crann Ull”)
6. Malicorne – La Mule (bretonische Band, hier mit einem acapella Kanon von “Le Bestiaire”)
7. Kate & Anna McGarrigle – Excursion A Venise (von Frankreich zum französischsprachigen kanadischen Liedgut. Die Schwestern aus Montreal von ihrem „French Record“)
8. The Byrds – John Riley (von „Fifth Dimension“)
9. Bob Dylan – Lay Down Your Weary Tune (von “Biograph”)
10. Steve Young – Seven Bridges Road (total unterbewerteter amerikanischen Singer/Songwriter. Dieser Song stammt von “Rock, Salt & Nails”)
11. Ian Matthews – Carefully Taught (das Gründungsmitglied von Fairport Convention nun solo. Dieses Stück habe ich auf „Descret Repeat“ gefunden)
12. Keith Hancock - The Purple Pas De Deux (ziemlich unbekannter Akkordeonspieler/Sänger. Dieses Lied habe ich erstmals über die PA während des traditionellen Fairport Convention Annual Gathering in Cropredy gehört. Dieses ungewöhnliche Stück stammt von seinem Album „Compassion“)
13. Richard & Danny Thompson – The May Day Psalter (die “wahren” Thompson Twins. In Wahrheit sind sie weder verwandt noch verschwägert, bis auf ihre musikalischen Verbindungen. RT hat vorher bei Fairport Convention die Leadgitarre gespielt, DT den Bass bei Pentangle. Dieses genial düstere Stück gibt es meines Wissens nur auf der Charity Compilation „Circle Dance“, herausgegeben vom damaligen RT Fanclub „Hokey Pokey“. Übrigens ist das eine ganz tolle Zusammenstellung, auf der auch das vorige Stück von Keith Hancock zu finden ist)
14. Barely Works - Byker Hill (Folk Big Band mit ordentlichem „Gebläse“ Byker Hill stammt vom Album „The Big Beat“, zu finden aber auch auf ihrer „Best Of“)
15. Sandy Denny - It’ll Take A Long Time (Ex-Sängerin von Fairport Convention und Fotheringay von ihrem 72er Soloalbum “Sandy”)
16. Pentangle - Lyke-Wake Dirge (vom 69er Album “Basket Of Light”)
17. Richard Thompson – Boogie’s Bonnie Belle (rarer Live-Song vom excellenten 3er Album “Watching The Dark – The History Of Richard Thompson)
So, da habt ihr erst mal dran zu knacken. Mal sehen, vielleicht gehe ich beim nächsten Mal auf weitere Compilations ein oder auf besondere Musiker und Bands oder auf herausragende Live Auftritte, oder auf ebensolche Alben. Es gibt viel zu erzählen und an folgende Generationen weiterzureichen.
ME/06.06.2010
BEATLES IN TAHITI

4.8.2010
Liebe Freunde,
passend zur Urlaubszeit hat Dominik Schott ein kleines Beatles-Ferien-Special geschrieben. Und ich habe im Netz zwei seltene Fotos dazu gefunden.
Viel Vergnügen und Good Day Sunshine,
Thomas Kraft
FOREIGNER: JUKE BOX HERO
Beatlemania!

1. Auflage 2010, ca. 140 Seiten, mit über 100 Fotos, Dokumenten u. Faksimiles
ISBN: 978-3-7844-3221-2
19,95 EUR D / 20,60 EUR A / 34,50 CHF (UVP)
LangenMüller
Als sie noch live auftraten, wurden sie von ihren Fans in einem Maße verehrt, wie es keiner anderen Popgruppe je zuteil wurde. Der Kult um die vier Jungs aus Liverpool hält bis heute ununterbrochen an. Die Beatles haben die Musik revolutioniert und die Menschen begeistert. Die Beatles und ihre Fans – das ist ein seit damals andauerndes Liebesverhältnis, fast schon eine Weltanschauung. In diesem aufwändig und liebevoll gestalteten Album wird diese besondere Beziehung dokumentiert – mit vielen raren, zum Teil unveröffentlichten Fotos und Texten. Ein Buch von Fans für Fans.
Mit Texten von Horst Fascher, Lisa Fitz, Chuck Hermann, Jürgen Herrmann, Chris Howland, Klaus Kreuzeder, Gabriele Krone-Schmalz, Uschi Nerke, Abi Ofarim, Brian Parrish, Helmut Schmidt, Manfred Sexauer, Tony Sheridan, Pete York uvm.
Fotos von Bubi Heilemann, Werner Kohn, Ulrich Handl, Rainer Schwanke, Frank Seltier, Günter Zint u.a.


