Sibylle Berg: The Very Best And Beyond (Foreigner)

Die Platte die mein Leben nicht veränderte, dass muss man ja leider alles fein alleine erledigen, die aber einen interessanten Moment begleitete, war eine Kassette. Platte ging nicht, weil kein Plattenspieler vorhanden war, weil genau genommen nichts vorhanden war. Ich war mit einem Rucksack aus der ehemaligen DDR gekommen, Anfang der 80er, Plattenspieler passten da nicht rein. Ich wohnte in einem Zimmer mit Doppelstockarmeebett in einem Berliner Lager und war so jung, dass ich vergessen habe, wie genau das Gefühl zu der Zahl ging. 20. Ein miserables Alter, in dem man sich schon als selbstständiger Mensch fühlt, aber nicht weiß, was man als selbstständiger Mensch machen soll.

Die BRD gab Ostflüchtlingen mit großem Hallo ein Übergangsgeld. Übergang wohin, habe ich vergessen, das Geld war ein Scheck und ich dachte: „Alle Wetter", als ich eine Privatbank betrat, deren Mitarbeiter aufstanden, als sie meiner imposanten Gestalt ansichtig wurden, „der Westen hat noch Manieren." Auf dem Kurfürstendamm, der damals auch schon nicht elegant war, und für einen konsumunerfahrenen Menschen völlig unverständlich, gab ich dann mein Geld direkt aus. In einem Musikfachgeschäft kaufte ich einen Walkman, denn davon hatte ich gehört, und geträumt noch im Osten. Es schien mir unvorstellbar, ein Musikgerät mit sich herumtragen zu können, wie in einem Bett liegend unsichtbar zwischen Menschen herum zu fahren, musste das sein?

Walk Männer gab es nicht im Osten, West-Musik gab es nicht im Osten, die Pubertät in Musik verrühren, gab es nicht im Osten, dass musste ich nachholen, mit 20 in einem Land, in das ich eigentlich auch nie wollte, außer um dort einen Walk man zu kaufen. Der walk Man, der I-pod des letzten Jahrhunderts, war schnell gefunden, es war einfach der Billigste, nur mit der Musik war es schwierig. Ich hatte keine Ahnung, was ein junger Mensch, der seine Pubertät nachholen wollte, hören musste. Ich kaufte eine Kassette von Cat Stevens, von dem hatte ich schon gehört damals, als er sich noch damit begnügte, ein Grieche mit prima Stimme zu sein, und nicht die Welt mit Yussuf Islam Quark bekehren wollte. Von den anderen Interpreten hatte ich keine Ahnung. Vielleicht solle ich erwähnen, dass ich generell von nichts eine Ahnung hatte, und das hat sich bis heute nicht grundlegend geändert.

Der Verkäufer schenkte mir am Ende meines Einkaufs noch eine Foreigner-Kassette. Es war in der Zeit, als ein Ossi noch etwas sehr Exotisches war, und in Westdeutschen einen Fütterreflex erzeugte.
Die folgenden Wochen hörte ich Cat Stevens. Jede Minute vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Sogar im ersten Konzert meines Lebens - Alien Sex Fiend, der Sänger stürzte nach 15 Minuten von der Bühne - ging ich mit Walk Man. Die Foreigner-Kassette hob ich mir auf, es hätte mich verwirrt, neben Cat noch etwas Anderes zu hören.
Ein paar Wochen später fuhr ich in die Schweiz. Irgendeine Stiftung zur Rettung aussterbender Ostdeutscher hatte mir ein Stipendium für eine Schule im Tessin gegeben, und ich verließ Westberlin und irgendwann Deutschland. Als der Zug über die Grenze fuhr, hörte ich – Foreigner. Untrennbar wird für mich seit diesem Moment die kristallklare Schönheit des Liedes: "Juke Box Hero", mit dem Auftauchen der ersten Berge in meinem Leben, Tunnel, und dem Gefühl, eine Heimat gefunden zu haben, die mir besser gefällt als die angeborene. Bei "Urgent" lief der kleine Zug dann ins Tessin ein, was für mich damals nicht eine von rosefarbenen Industriellenkindern dominierte Hera-Lind-Zone war, sondern nur eine Landschaft, so schön, wie ich sie noch nie gesehen hatte. So hart die Worte geschrieben klingen, die bombastische Musik dieser Gruppe, die ich seitdem nie mehr gehört, geschweige gesehen habe, begleitete das Gefühl von Freiheit. Das war das einzige Mal, dass ich irgendetwas mit diesem Begriff anfangen konnte oder mit der Musik dazu. Später wurde alles zu normalem Leben, das Tessin ein Ort, der zu teuer für mich ist, und Freiheit etwas Flüchtiges, wie Glück oder Verliebtheit in einem kleinen Leben.

BEATLES IN TAHITI


4.8.2010

Liebe Freunde,

passend zur Urlaubszeit hat Dominik Schott ein kleines Beatles-Ferien-Special geschrieben. Und ich habe im Netz zwei seltene Fotos dazu gefunden.

Viel Vergnügen und Good Day Sunshine,
Thomas Kraft

FOREIGNER: JUKE BOX HERO

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LangenMüller

Als sie noch live auftraten, wurden sie von ihren Fans in einem Maße verehrt, wie es keiner anderen Popgruppe je zuteil wurde. Der Kult um die vier Jungs aus Liverpool hält bis heute ununterbrochen an. Die Beatles haben die Musik revolutioniert und die Menschen begeistert. Die Beatles und ihre Fans – das ist ein seit damals andauerndes Liebesverhältnis, fast schon eine Weltanschauung. In diesem aufwändig und liebevoll gestalteten Album wird diese besondere Beziehung dokumentiert – mit vielen raren, zum Teil unveröffentlichten Fotos und Texten. Ein Buch von Fans für Fans.

Mit Texten von Horst Fascher, Lisa Fitz, Chuck Hermann, Jürgen Herrmann, Chris Howland, Klaus Kreuzeder, Gabriele Krone-Schmalz, Uschi Nerke, Abi Ofarim, Brian Parrish, Helmut Schmidt, Manfred Sexauer, Tony Sheridan, Pete York uvm.
Fotos von Bubi Heilemann, Werner Kohn, Ulrich Handl, Rainer Schwanke, Frank Seltier, Günter Zint u.a.

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