Marit Larsen im Bonner Brückenforum


Sie lacht schon, wenn sie auf die Bühne kommt. Marit Larson präsentierte sich live nach dem etwas schwermütigen Supportact Samuel Harfst mit einer derart entwaffnenden Leichtigkeit, dass sie im Nu ihr Publikum um den Finger gewickelt hatte. Zwar wurde das Konzert in Bonn vom Museumsplatz ins Brückenforum verlegt, doch so gestaltete sich der Rahmen intimer und das obwohl oder gerade weil die Norwegerin schon mehrfach in diesem Jahr im Rheingebiet aufgetreten ist und die Fans ihr nachfolgen.

Schon als sie sich ans E-Piano setzte, schnalzte sie vor Enthusiasmus leise mit der Zunge und befragte ihr Publikum, ob sie bereits in Köln da waren oder in Düsseldorf – nicht wissend um die Rivalitäten dieser beiden Regionen. Der unbeschwerten 27-jährigen machte das aufkeimende Grummeln im Publikum nichts aus. Als sie ihre frisch gewonnenen Deutschkenntnisse zum Besten gab, hatte sie das Publikum bereits auf ihrer Seite: "Aufzug im Brandfall nicht benutzen. Vor dem Essen Hände waschen!"

Klar warteten alle auf den Radio-Megahit „If A Song Could Get Me You", der sie bereits 2009 an die Spitze der deutschen Charts katapultierte. „Dieser Song hat mein ganzes Leben verändert“, verriet die sympathische Norwegerin, die in ihrer Heimat nach dem Split des Pop-Duos M2M bereits zwei sehr erfolgreiche Solo-Alben am Start hatte. Doch erst mit diesem Song, den sie sich live bis zum Schluss aufhob, erlangte sie den Ruhm, der es ihr ermöglichte, mit ihrer Band inzwischen seit 20 Monaten rund um die Welt zu touren. Da steckt mehr als eine Eintagsfliege drin, mehr als nur kurzlebiger Girlie-Pop! Die Jagd auf die Creme der Rock- & Pop-Ladies hat begonnen und mit „The Chase" eröffnete sie passend dazu auch ihr Bonner Konzert.

Erstaunlich, wie es der jungen Künstlerin gelang, live mit vielen noch reichlich unbekannten Songs den Spannungsbogen zu halten. Doch die Stücke, die sie allesamt selbst textet und komponiert, entfalten ihr eigenes Leben in einer Welt, die keineswegs nur rosarot erscheint. Die Melodien klingen kreativ und abwechslungsreich – sich selbst abwechselnd an Gitarre und Piano begleitend – und die Texte besitzen kontrastiven Tiefgang und augenzwinkernde Ironie. Bitterer Trennungsschmerz wird leicht verdaulich in „10 Steps" in ein fröhliches Klanggewand gesteckt. Zum Einsatz der Mandoline folgt der Kommentar: „Der Vorteil dieses Instruments ist, dass sie mich größer wirken lässt." Auf das verblüffend entwaffnende „Steal My Heart" ließ sie das fetzige „Only A Fool" folgen. Dabei gab sie unumwunden zu, dass sie nicht wirklich einen echten Rock 'n' Roll hinbekommt, aber gerade hierin liegt ihre Stärke. Marit Larsen hat bereits ihren ganz eigenen Stil gefunden und wer genau hinhört, bemerkt ein unglaubliches Talent für die gezielte Modulation der Stimme und ein Gefühl für echte Songs. Wunderschön die sauber intonierten mehrstimmigen Vocals. Nie wirkt etwas aufgesetzt oder oberflächlich - „Under The Surface”.
Vor dem „letzten Lied“ bzw. den geplanten Zugaben – „Frauen meinen oft was anderes, als sie sagen“ - spielte sie ihre aktuelle Single „Don't Save Me". Endlich nach den beiden romantischen Songs „Dear Someone” – ein gelungenes Gillian Welch-Cover – und “Fuel” kam dann endlich der heiß ersehnte Superhit "If A Song Could Get Me You". Ja, sie hat im Laufe des Abends so einige davon ausgepackt, die hier wirksam sein könnten!

Setlist:

1. The Chase
2. This Time Tomorrow
3. Ten Steps
4. Solid Ground
5. Come Closer
6. Fences
7. Steal My Heart
8. Only A Fool
9. Addicted
10. Under The Surface
11. I've Heard Your Love Songs
12. Is It Love
13. Don't Save Me Encore
14. Dear Someone
15. Fuel
16. If A Song Could Get Me You

 

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Mit Texten von Horst Fascher, Lisa Fitz, Chuck Hermann, Jürgen Herrmann, Chris Howland, Klaus Kreuzeder, Gabriele Krone-Schmalz, Uschi Nerke, Abi Ofarim, Brian Parrish, Helmut Schmidt, Manfred Sexauer, Tony Sheridan, Pete York uvm.
Fotos von Bubi Heilemann, Werner Kohn, Ulrich Handl, Rainer Schwanke, Frank Seltier, Günter Zint u.a.